Fahrrad statt Pferd Plötze, unser Hund Charly statt Vesimir als Begleiter: Golem.de hat The Witcher Monster Slayer ausprobiert.
Sonst schnuppert unser Hund Charly an jedem Regenwurm, aber der abgetrennte Pferdekopf direkt vor ihm auf dem Gehweg interessiert ihn überhaupt nicht. Kein Wunder: Wir sehen den Pferdekopf zwar vor uns - aber nur, solange wir in The Witcher Monster Slayer auf den Bildschirm unseres Smartphones schauen.
Das Augmented-Reality-Spiel von dem zu CD Projekt gehörenden Entwicklerstudio Spokko vermischt ähnlich wie Pokémon Go unsere echte Umgebung mit einer Fantasywelt. Die Wege, die wir als Hexerin Charrie auf der Übersichtskarte sehen, hat das Mobile Game mithilfe von Google Maps angelegt.
Die Karte erinnert deutlich an Pokémon Go, davon abgesehen spielt sich Monster Slayer aber eher wie ein klassisches Rollenspiel - allerdings wie ein extrem unkompliziertes. Wir folgen einer einfachen Handlung, die mit einem entführten Pferd anfängt und dann immer wieder neue Wendungen nimmt.
Wir befinden uns immer in der Mitte der Übersichtskarte. Um uns herum gibt es einen Kreis - und der ist wichtig: Sobald er etwas berührt oder umschließt, können wir es im Fall von Kräutern einsammeln oder im Fall von Monstern angreifen; die Bestien attackieren nie von sich aus.
In den Kämpfen sehen wir jeweils einen Kobold, Nekker, Greif oder Rarasha vor uns stehen oder fliegen. Wir schlagen dann aus der First-Person-Perspektive mit unserem Schwert zu, wahlweise mit schnellen oder starken Hieben - dazu müssen wir nur mit einem Finger über das Touchdisplay wischen.
Zaubern mit Touch-Gesten
Bomben werfen wir per Druck auf die entsprechende Schaltfläche am Bildschirmrand. Zauber führen wir - sobald sie zur Verfügung stehen - mit Gesten aus. Für ein Igni (Feuer) etwa malen wir ein großes "V"; im Spielverlauf lernen wir immer mehr Magie.
Neben Zufallskämpfen gibt es auch die übergeordnete Rahmenhandlung, für die wir an bestimmte Stellen reisen müssen - in der echten Welt. Hier haben wir beim Anspielen dann ernsthafte Probleme bekommen, denn für die Suche nach dem Pferdekopf und etwas später für ein Treffen mit einem Gargoyle-König mussten wir jeweils ein paar Kilometer zurücklegen.
Unserem Hund Charly, der uns anstelle von Mentor Vesimir aus The Witcher 3 begleitet hat, waren die langen Spaziergänge ganz recht. Uns wären sie auf Dauer zu viel - ein Mal sind wir deswegen mit unserem treuen Drahtesel zum Einsatzort geritten.
Ob große Entfernungen auf Dauer ein Problem sind in Monster Slayer, ist uns nicht klar. Bei einem Tagesausflug wurde das Treffen nicht in unsere Nähe verlegt, sodass auf der Karte eine Entfernung von knapp 10 Kilometern angezeigt wurde, die wir zum Weiterkommen hätten bewältigen müssen.
Wer die Kampagne im Urlaub ein paar hundert Kilometer von Zuhause beginnt, hätte dementsprechend wohl irgendwann ein Problem. Wir vermuten, dass das Programm die zu besuchenden Orte irgendwann in unsere Nähe verlegt - aber wissen tun wir das nicht.
Der Einstieg in Monster Slayer ist extrem einfach. Unmittelbar nach dem ersten Start wählen wir einen Hexer oder eine Hexerin, dann folgt ein kurzes Kampftutorial und wenig später stehen wir in der Fantasywelt.
Wir verbessern zwar unsere Fähigkeiten nach und nach über einen gut gemachten Talentbaum. Allerdings hätten wir viele Zufallskämpfe absolvieren und lange auf das Bauen von Bomben warten müssen, um im Kampf eine Chance gegen den Gargoyle-König zu haben.
Um die Wartezeit zu verkürzen, können wir Extras im Itemshop kaufen - das Symbol dafür ist fast immer rechts unten eingeblendet. Dort bekommen wir unter anderem ein Starterpaket für rund 5 Euro. Die allermeisten Extras können wir erspielen, das dauert aber lange.
Eine besonders große Satteltasche (Inventar) etwa kostet 4.000 Gold; im Itemshop müssen wir für 3.500 Gold knapp 10 Euro ausgeben. An einem Spieltag haben wir durch kleinere absolvierte Aufgaben rund 1.000 bis 3.000 Gold verdient - es würde also ganz schön lange dauern, bis wir die Satteltasche erspielt haben.
The Witcher Monster Slayer erscheint am 21. Juli 2021 als kostenloser Download (Free-to-Play). Das Programm ist vollständig übersetzt. Unter iOS ist mindestens Version 12.0 nötig, bei Android variieren die Anforderungen.
Fazit
Wer gerne draußen unterwegs ist, aber statt Pokémon Go klassische Rollenspiele bevorzugt, sollte The Witcher Monster Slayer ruhig eine Chance geben. Elemente wie das Charaktersystem und die Kämpfe erinnern sehr an Action-RPGs wie eben The Witcher 3, wenn auch in extrem vereinfachter Form.
Spieler, die nur ein paar Mal am Tag aufs Smartphone schauen und sowieso mit dem Hund raus müssen, kommen in den meisten Fällen vermutlich ganz okay ohne Bezahlen zurecht - wobei uns die großen Entfernungen wirklich gestört (und gewundert) haben.
Wer sich stärker in Monster Slayer engagiert, kommt auf Dauer kaum ohne den Einsatz von echtem Geld aus. Sammel- und Lootspiralen stehen hier wie in allen derartigen Games im Zentrum. Dennoch: Schön zu sehen, dass es nun auch ein AR-Spiel für Fans von klassischer Fantasy gibt.
The Witcher Monster Slayer angespielt: Als Hexerin durch die Nachbarschaft - Golem.de - Golem.de
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